Der neue Porsche 911 Turbo - Der sparsamste und kraftvollste Top-Elfer aller Zeiten

Alex 27. September 2009 | 1,483 x Angesehen

Mit dem neuen 911 Turbo, der auf der IAA 2009 in Frankfurt Weltpremiere feiert, setzt Porsche einmal mehr Zeichen im Segment der Hochleistungssportwagen: Die Entwicklung zu mehr Effizienz bei weniger Emissionen, zu mehr Fahrdynamik bei weniger Gewicht ist zukunftsweisend. Konkret verbraucht das neue Topmodell der Seriensportwagen aus Zuffenhausen bis zu 16 Prozent weniger Kraftstoff, entwickelt 20 PS mehr Leistung, 30 Nm mehr Drehmoment und legt um bis zu acht Prozent verkürzte Beschleunigungszeiten bei einem Mindergewicht von bis zu 25 Kilogramm vor – vom Mehr an Fahrdynamik ganz zu schweigen.

Damit setzt sich der neue Top-Elfer aus Zuffenhausen vor allem in punkto Effizienz und Spurtstärke noch deutlicher als bisher von seinen Wettbewerbern ab. Die Kerndaten sind (abweichende Daten für Cabriolet in Klammern): 3,8-Liter-Sechszylinder-Biturbo-Boxermotor mit 500 PS (368 kW); Sechsgang-Schaltgetriebe, optional Siebengang-Porsche-Doppelkupplungsgetriebe (PDK); aktiver Allradantrieb Porsche Traction Management (PTM); Beschleunigung 0 – 100 km/h in 3,7 (3,8) Sekunden, mit PDK und Sport Chrono Paket Turbo in 3,4 (3,5) Sekunden; Höchstgeschwindigkeit 312 km/h; Verbrauch im NEFZ 11,6 (11,7) l/100 km, mit PDK 11,4 (11,5) l/100 km.

Herzstück und Glanzlicht des neuen Porsche Turbo, der in Deutschland ab dem 21. November bei den Händlern steht, ist der neue Motor mit nunmehr 3,8 statt 3,6 Litern Hubraum. Das erstmals in der 35-jährigen 911 Turbo-Typengeschichte von Grund auf neu konstruierte Triebwerk verfügt über Benzindirekteinspritzung, eine effizienzsteigernde Expansionssauganlage und die Porsche-exklusiven Turbolader mit variabler Turbinengeometrie (VTG) für Benzinmotoren. Damit steigt im Vergleich zum Vorgänger nicht nur die Leistung um 20 PS auf 500 PS (368 kW), sondern auch das maximale Drehmoment um 30 Nm auf 650 Nm.

Der 911 Turbo ist wie bisher serienmäßig mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe ausgestattet. Als Option kann der Turbomotor erstmals mit einem Siebengang-Porsche-Doppelkupplungsgetriebe (PDK) kombiniert werden, das im Gegensatz zur Tiptronic S im Vorgänger auch mit Quersperre erhältlich ist. Es ist eine Weiterentwicklung des PDK aus den 911 Carrera-Sportwagen mit verstärkten Komponenten. Die Kombination aus PDK, Benzindirekteinspritzung und Turboaufladung ermöglicht ein neues Niveau an Effizienz, Agilität, Ansprechverhalten und Fahrleistungen. So absolviert der 911 Turbo beispielsweise mit PDK und Sport Chrono Paket Turbo bei aktivierter Launch Control den Sprint von null auf 100 km/h in nur 3,4 Sekunden (Cabriolet 3,5 s).

Verbrauchsvorteile: Mit Abstand effizientester Hochleistungssportwagen

Die Alleinstellung in seinem Marktsegment sichert dem neuen Porsche Turbo sein um bis zu 16 Prozent geringerer Verbrauch sogar nach der strengeren EU5-Norm. So gelang es, den Normverbrauch des 911 Turbo mit PDK gegenüber dem Vorgängermodell mit Tiptronic S um 2,2 auf 11,4 Liter pro 100 Kilometer zu senken. Im Überlandverkehr lassen sich sowohl Coupé als auch Cabriolet dank des optimal schaltenden PDK und verlustarmer Kraftübertragung problemlos unter zehn Liter pro 100 Kilometer bewegen (Außerstädtisch nach EU5-Norm: Coupé 8,1 l/100, Cabriolet 8,2 l/100 km). Noch deutlicher verbessern sich in der Gesamtbilanz die CO2-Emissionen, die durch die Umstellung von Wandlerautomatik auf Doppelkupplungsgetriebe um knapp 18 Prozent sinken.

Auch mit Schaltgetriebe liegen die Emissionsvorteile bei rund elf Prozent. Nahm der 911 Turbo schon bisher die Spitzenposition in der Disziplin Effizienz ein, vergrößert sich der Abstand im Wettbewerb jetzt nochmals drastisch. Als einziges Fahrzeug in seinem Marktsegment unterschreitet der Porsche 911 Turbo die Verbrauchsgrenzwerte der “Gas Guzzler Tax” in den USA, die verbrauchsintensive Fahrzeuge mit einer Zusatzsteuer belegt.

Bestleistungen auch in Sprint und Fahrdynamik

Bereits mit dem serienmäßigen Schaltgetriebe spurtet der neue Turbo in nur 3,7 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h (Cabriolet 3,8 s). Noch einmal eine Zehntelsekunde schneller gelingt der Sprint mit PDK. Mit dem optionalen Sport Chrono Paket Turbo, das als Neuheit dynamische Motorlager umfasst, setzt der Top-Elfer auf seine sportlichen Bestleistungen noch eins drauf: Durch die integrierte Overboost-Funktion steigt das maximale Drehmoment um 50 auf 700 Nm.

Damit sind nochmals schnellere Beschleunigungszeiten möglich – auch in Verbindung mit dem Schaltgetriebe. So gelingt der Spurt von null auf 100 km/h mitgedrückter Sport-Taste in nur 3,6 Sekunden (Cabriolet 3,7 s) und in Kombination mit PDK, gedrückter Sport Plus-Taste und aktivierter Launch Control für bestmögliche Anfahrbeschleunigung sogar in nur 3,4 Sekunden (Cabriolet 3,5 s). Von null auf 200 km/h werden in diesem Modus nur 11,3 Sekunden benötigt (Cabriolet 11,8 s). Zusätzlich aktiviert die Sport Plus-Taste beim PDK die Schaltstrategie Rennstrecke mit kürzestmöglichen Schaltzeiten und optimalen Schaltpunkten beim Hoch- und Runterschalten.

Zur weiteren Verbesserung sowohl der Fahrdynamik als auch des Fahr- und Schwingungskomforts besitzt das Sport Chrono Paket Turbo zusätzlich dynamische Motorlager. Diese verändern in Abhängigkeit der jeweiligen Fahrsituation ihre Steifigkeit und Dämpfung. Dabei wird die Übertragung der Schwingungen und Vibrationen des gesamten Antriebsaggregats und insbesondere des Motors auf die Karosserie deutlich minimiert.

Neu: Porsche Torque Vectoring PTV für noch höhere Kurvengeschwindigkeiten

Die weiter verbesserten Fahrleistungen des neuen 911 Turbo gehen mit noch exzellenterer Fahrdynamik Hand in Hand. Die fahrdynamische Weiterentwicklung des aktiven Allradantriebes PTM und des Porsche Stability Managements PSM wird unterstützt durch das neue, optional erhältliche Porsche Torque Vectoring (PTV). Es beinhaltet ein mechanisches Hinterachssperrdifferenzial und erhöht durch gezielte Bremseneingriffe am kurveninneren Hinterrad die Agilität bei gleichzeitig reduzierter Untersteuer-Neigung. Dadurch werden Lenkpräzision sowie Kurvenstabilität gesteigert und höhere Kurvengeschwindigkeiten ermöglicht. Das PTM ist fahrdynamischer abgestimmt, Wechsel in der Momentenverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse laufen sanfter ab. Für den Fahrer macht sich dies in einem sehr ausgeglichenen, berechenbaren Fahrverhalten bemerkbar.

Das PTM kommuniziert im neuen 911 Turbo mit dem Porsche Stability Management, das ebenfalls zur Serienausstattung gehört. Mit dem Porsche Active Suspension Management (PASM) verfügt der Hochleistungssportwagen serienmäßig über ein weiteres aktives Regelsystem, das für optimale Fahrdynamik sorgt. Das rechnergesteuerte Dämpfungssystem profitiert von der Vernetzung mit PTM und PSM durch eine fahrdynamisch angepasste Regelung. Der Fahrer kann dabei zwischen Normal- und Sport-Modus wählen. Je nach Vorgabe reagiert die kontinuierliche Dämpferverstellung dabei entweder mehr komfortorientiert oder sportlich-straff.

Das Fahrverhalten des neuen 911 Turbo passt sich so den ganz individuellen Wünschen des Fahrers an. Die Porsche-Sicherheitsphilosophie verlangt, dass die Bremsleistung immer ein Mehrfaches über der Motorleistung liegt. So verzögern an der Vorderachse Sechskolben-Festsattelbremsen mit 350 Millimetern im Durchmesser messenden Bremsscheiben. Die gleich großen Scheiben an der Hinterachse werden von Vierkolben-Festsätteln in die Zange genommen. Wie für alle 911-Modelle steht auch für den neuen 911 Turbo die Porsche Ceramic Composite Brake (PCCB) zur Wahl.

Die Keramikbremsanlage mit 380 Millimeter großen Bremsscheiben an der Vorderachse bietet noch schnelleres Ansprechverhalten, sehr hohe Fadingstabilität und absolute Korrosionssicherheit. Im Vergleich zur Serienbremsanlage mit Grauguss-Bremsscheiben wiegt die PCCB außerdem rund 18 Kilogramm weniger.

Design mit neuen Akzenten

Ein charakteristisches Merkmal des stärksten Serien-Elfers ist die Bugverkleidung mit großen Kühlluftöffnungen und den stegförmigen LED-Blinkern. Neu sind titanfarben lackierte Lamellen in den seitlichen Lufteinlässen und LED-Tagfahrleuchten an Stelle der bisherigen Nebelscheinwerfer. Das erstmals für den neuen 911 Turbo optional erhältliche dynamische Kurvenlicht verbessert durch sein bis zu 15 Grad in die Kurve schwenkendes Scheinwerfermodul die Ausleuchtung von Kurven im Straßenverlauf.

Die anspruchsvolle Gestaltung des Doppellinsen-Projektionssystems transportiert den fortschrittlichen und markanten Charakter des neuen 911 Turbo in besonderem Maße. Die neue Form der Doppelarm-Außenspiegel bietet eine Vergrößerung der Sichtfläche nach hinten und sorgt durch eine optimierte Aerodynamik für eine geringere Verschmutzung des Spiegelglases. Die für den neuen 911 Turbo entwickelten 19-Zoll Turbo II-Räder in Schmiedetechnik mit serienmäßiger Bi-Color-Optik setzen einen besonderen stilistischen Akzent. Beim neuen 911 Turbo ist die Heckansicht noch kraftvoller. Neben dem klassischen Spaltflügel sind dafür vor allem die neu gestalteten Rückleuchten in LED-Technik und die deutlich vergrößerten Endrohre verantwortlich.

In die jüngste Generation des Top-Elfers hält eine neue Lenkradgeneration Einzug. Bei Modellen mit Schaltgetriebe gehört ein neues Dreispeichen-Sportlenkrad mit geändertem Lenkraddesign zur Serienausrüstung. Für Fahrzeuge mit Porsche-Doppelkupplungsgetriebe steht erstmals als Alternative zum PDK-Lenkrad mit den bewährten Schiebetasten ein neues Dreispeichen-Sportlenkrad mit Schaltpaddles optional zur Verfügung. Diese Schaltpaddles sind lenkradfest montiert. Mit dem rechten wird hoch-, mit dem linken runtergeschaltet. In Verbindung mit dem optionalen Sport Chrono Paket Turbo verfügt sowohl das Paddle- als auch das PDK-Lenkrad mit Schiebetasten über integrierte Anzeigen. In Abhängigkeit von der gedrückten Funktionstaste leuchtet die Anzeige “Sport” beziehungsweise “Sport Plus”. Ist die Launch Control aktiviert, wird dies ebenfalls dort angezeigt. Beim serienmäßigen PDK-Lenkrad sind diese Anzeigen in einer zusätzlichen Hutze oberhalb des Airbagmoduls untergebracht, beim neuen Sportlenkrad mit Schaltpaddles in der rechten und linken Doppelspeiche.



Trackback URI | Kommentare als RSS

Einen Kommentar schreiben